Highlights |
Entdecken |
Historisches |
Presse |
Schön war's |
Kontakt |
S03 - Höhenweg ums Dilsbachtal
Für ambitionierte Wanderer umrundet das ganze Dilsbachtal ein Weg mit Fernblick zu Taunus, Vogelsberg, Spessart und Odenwald! Querverbindungen lassen jederzeit Abkürzungen zu. Vom nördlichen Höhenweg blickt man zum Rossberg, der Hirschbach fließt durch Zeilhard und Georgenhausen nach Groß-Zimmern. Der südliche Höhenweg in Richtung Hahn und Reinheim wird durch den Wembach geprägt. Östlich von Spachbrücken wird es flach, an der Naturschutzscheune Reinheim gibt es Informationen zu den Wegen um den Reinheimer Teich mit seiner reichhaltigen Vogelwelt.
Strecke: ca. 19,2km || Dauer: ca. 4h 50min || Höhenunterschied: ca. 101m

Wassererlebnis Dilsbach
Die urkundliche Ersterwähnung Spachbrückens reicht im Jahr 2023 bereits 700 Jahre zurück. Die Ortschaft muss aber einiges älter sein, wenn die sogenannte „Spachen-Brücke“ den Ortsnamen geprägt haben sollte. Über einen Knüppeldamm (=Spache), also Holzbohlen, mit denen man den Bach überqueren konnte, kam man durch dieses Tal. Eine Holzbrücke wurde dann später durch eine Steinbrücke über den Dilsbach ersetzt. Der moderne Straßenverkehr machte eine stabile Betonkonstruktion notwendig.
Anfang der 70er Jahre war man der Überzeugung, dass durch einen gepflasterten Ausbau des Bachbettes Hochwasser schneller ablaufen könnten. Für die Lebewesen im Bachwasser versprach das nichts Positives! Der natürliche Bach war zu einer Abflussrinne degradiert worden. Nach 2012 beschloss man, diese Fehlentwicklung rückgängig zu machen. Im Rahmen des Baus der Umgehungsstraße wurde die Ortsmitte Spachbrückens wieder auf seinen Bach ausgerichtet. Fußwege und Zwinger zwischen der Hauptstraße und der Schule wurden in das „Wassererlebnis Dilsbach“ integriert. Der Schulhof wurde mit einem natürlichen Bachbett angebunden, ein beliebter Wasserspielplatz am alten Standort der „Platanen“ entstand und fünf Dorfbrunnen wurden lokalisiert und funktionstüchtig wieder zum Leben erweckt. Für die Grundschule ergab sich ein einmaliges Experimentierfeld mit dem Lernort Dilsbach in der Bachgasse. Das hatte nur einen Nachteil. Wie sagen die Spachbrücker: „Man ist kein Bachgassenkind, wenn man nicht mindestens einmal im Leben hineingefallen ist!“ Manche schaffen es auch mehrmals …
Das Wassererlebnisband lädt zum Spazierengehen und zum Verweilen ein. Der plätschernde Bach bildet dabei die Hintergrundmelodie!
Die Wanderwege im Dilsbachtal verlängern nun das „Wassererlebnis Dilsbach“ über den Rahmen des bebauten Dorfes hinaus und stellen zusätzliche Informationen zur Bedeutung von Wasser und Gewässern zur Verfügung. Von der Quellregion vor Ober-Ramstadt bis zum Mündungsgebiet in den Landwehrgraben und die Gersprenz im Reinheimer Teich gibt es noch vieles zu entdecken.
"Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. Ortsgruppe Zeilhard"
Der “Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. Ortsgruppe Zeilhard” wurde bereits 1952 gegründet. Ein Übungsplatz mit Vereinsgaststätte wurde 1974 im Süden Zeilhards außerhalb am alten Weg nach Ober-Ramstadt errichtet. Der Verein hat sich mit der Zucht von Rassehunden einen Namen gemacht. Auch wenn der Schäferhund im Mittelpunkt stand, so ist der Verein heute für alle Hundeliebhaber offen.
Für alle Rassen und Mischlingshunde besteht das Trainingsangebot aus Erziehung und Grundgehorsam als Basis. Seit 2016 ist Treibball, eine an die Hütearbeit angelehnte Hundesportart, fester Bestandteil im Trainingsprogramm. Longieren und Turnierhundesport runden das Angebot ab. Diese Beschäftigungsformen lasten den Hund körperlich und geistig aus. Gemeinsam gemeisterte Aufgaben stärken die Bindung zwischen Hund und Halter.
Stöbern Sie gerne weiter auf den Facebook-Seiten des Vereins oder besuchen Sie die Akteure auf dem Vereinsgelände und in der Vereinsgaststätte. ( https://www.facebook.com/groups/138645520164559 ).
Der Rossberg
Eine weithin sichtbare Landmarke auf der Anhöhe zwischen Zeilhard und Rossdorf war schon früh auch ein Wirtschaftsfaktor in der Region. Spachbrücker Arbeiter, vor allem aber Rossdörfer, Georgenhäuser, Zeilharder und Gundernhäuser Männer fanden in den Steinbrüchen und den Werksanlagen der Odenwälder Hartstein-Industrie eine Anstellung. Die Männer liefen jeden Tag frühmorgens zu Fuß zum Arbeitsplatz und abends wieder zurück. Seit dem 18. Jahrhundert gab es vereinzelte privat betriebene Steinbrüche, Mitte des 19. Jhdts. setzte die industrielle Ausbeutung der Basaltlagerstätten ein. Straßenbeläge, Wegepflaster, Mauersteine, später auch Betonplatten und Randsteine, für die feinerer Abraum und Split verwendet wurden, künden heute noch von einer Arbeitsstätte, an der zeitweise bis zu 400 Menschen beschäftigt waren.
Der vor etwa 40 Mio. Jahren entstandene Vulkankegel des Rossbergs hat immer mehr an Höhe verloren. Zum Vergleich: Die Grube Messel entstand vor 45 Mio., der Otzberg vor ca. 22 Mio. Jahren. Im Kern des Vulkans ist der Basaltabbau mittlerweile auf einer 100 m tiefen Sohle angelangt. Ältere Bürger aus den Dörfern erinnern sich noch an die Seilbahn, die die Bundesstraße 38 vor der Ortsausfahrt Rossdorf überspannte. Bis Mitte der 60er Jahre wurde damit der Bruch zu den Industrieanlagen im Goldgrund transportiert, die nach 1890 an der Bahnlinie Darmstadt – Rossdorf –Groß-Zimmern lagen. Zuvor wurden an der Südseite des Rossbergs, entlang der heutigen Höhenstraße von Zeilhard nach Ober-Ramstadt, die Basaltbrocken über eine Feldbahn in den Bahnhof nach Ober-Ramstadt und in die dortige Schotteranlage geschleppt. Die Eröffnung der Bahnlinie Darmstadt – Reinheim 1871 hatte dies möglich gemacht. Diese Schmalspurbahn war etwa vier Kilometer lang und etwa zwischen 1885 und 1897 in Betrieb. Heute fördern nur noch wenige Arbeiter ein Vielfaches der früheren Basaltmenge, da mittlerweile vieles vollmechanisiert ist und die Brecheranlage nahe an den Steinbruch herangerückt ist.
Der verbliebene Rest des früheren Vulkans erreicht noch eine Höhe von etwa 285 m. Die aufgelassenen Flächen hat sich die Natur zurückerobert. Wildschweine fühlen sich im Dickicht wohl. Ein besonderes Gewächs auf der Südwestseite des Berges wird von der Winzerfamilie Edling aus Rossdorf (Weingut Edling) gepflegt. Die mineralienreiche Vulkanerde ergibt besonders schmackhafte Weine!
Hochbehälter Reinheim mit Fernblick
Die Reinheimer Trinkwasserversorgung
Vor dem Zusammenschluss der Gemeinden Zeilhard, Georgenhausen, Spachbrücken, Ueberau und Reinheim hatte jedes Dorf seine eigene Trinkwasserversorgung. Diese war aber für eine wachsende Kommune wie die neue Stadt Reinheim nicht ausreichend und qualitativ nicht nachhaltig. Bereits 1972 wurden daher die Weichen für eine gemeinschaftliche Trinkwasserversorgung gelegt. In den Reinheimer Seewiesen in Gersprenznähe fördern nun die Brunnen das Wasser für alle Reinheimer. Dessen größter Teil wird über eine lange Druckleitung bis hier zum Hochbehälter gepumpt, der an der höchst möglichen Stelle gebaut wurde. Der Vorteil ist, dass auch eine zusätzliche Leitung zur Ober-Ramstädter Wasserversorgung in Notsituationen die Einwohner mit Wasser versorgen könnte.
Die Stadtwerke Reinheim liefern an rund 18.000 Menschen Trinkwasser in bester Qualität. Das sehr kalkhaltige Brunnenwasser wird von einer Enthärtungsanlage von Härtebereich 4 auf 3 reduziert, was im häuslichen Bereich positiv auffällt. Die Enthärtungsanlage ist allerdings in die Jahre gekommen und muss erneuert oder ersetzt werden, was sich auf den Wasserpreis für alle Reinheimer auswirken wird.
Die Hochbehälter Reinheims bevorraten 4380 m³ Trinkwasser, was dem Wasserbedarf an einem (!) Sommertag entspricht. Jeder Kubikmeter aneinandergereiht, also 4380 Würfel von 1 Meter Kantenlänge, entspräche einer Distanz vom Hochbehälter in Reinheim bis zum Spachbrücker Kirchturm!
Braunhansen Nussbaum
Ein markanter Baum prägt die südliche Anhöhe unseres Wanderweges. Von hier hat man einen schönen Überblick über das Dilsbachtal in seiner gesamten Breite. Auf der gegenüberliegenden Anhöhe, auch auf 185 m, sieht man einen weiteren markanten Baum, an dem sich auch eine Ruhebank befindet. Der Flurname „Braunhansen Nussbaum“ stammt aus einer Zeit, als solche Namen den Bauern halfen, ihre Besitzverhältnisse an den verstreut liegenden Äckern geltend zu machen. Der Grundbesitz wurde noch nicht durch Geo-Daten definiert!
An klaren Tagen blickt man im Süden zur Neunkirchner Höhe, auf den Böllsteiner Höhenrücken, den Otzberg und die Weinhänge Groß-Umstadts. Dahinter ragt der Spessart hervor. In Richtung Norden am Horizont hinter dem weithin sichtbaren Kraftwerk Staudinger am Main kann man an klaren Tagen den Hoherodskopf im Vogelsberg erkennen. Zeilhard und Georgenhausen sind im nächsten Tal versteckt, aber man kann den Rossberg und dahinter die Taunushöhen erkennen.
Historische Teichscheune
Die Teichscheune ist – neben dem Klärwerk des Abwasserverbandes – das markanteste Gebäude der umliegenden Weiden. Gekrönt wird es von einem Storchennest, das jedes Jahr von einem Storchenpaar zur Aufzucht seiner Jungen bezogen wird. Störche bauen ständig an ihrem Nest weiter mit Zweigen und Erdbrocken. Das Nest auf der Teichscheune wiegt mehrere hundert Kilogramm, deshalb wurde eine Verstärkung im Dachstuhl eingezogen.
Die gesamte Teichscheune steht unter Denkmalschutz, der die anstehende Restaurierung überwachen wird. Die Scheune wurde vermutlich zwischen 1760 und 1790 gegenüber des Teichhauses errichtet. Sie diente früher der Einlagerung landwirtschaftlicher Produkte und vor allem des geschnittenen Heus der umliegenden Weiden.
Reinheimer Teich
Quelle des folgenden Textes: (https://www.reinheim.de/reinheimerteich.html)
Das Naturschutzgebiet hat zur Zeit eine Größe von ca. 75 ha. Die Unterschutzstellung soll den Erhalt und die Entwicklung der hier vorhandenen seltenen Pflanzen und Tiere sichern. Empfehlenswert als Spaziergang ist der Rundweg von ca. 3 km. Im April 2003 wurde eine neue Beschilderung an diesem Weg angebracht. Insgesamt 8 Tafeln geben Informationen zu Historie, Botanik, Wildtieren, Vogelwelt, und Leben im Wasser.
Zur Geschichte
Das Gebiet, in dem das heutige Naturschutzgebiet “Reinheimer Teich” liegt, wurde ehemals “Reinheimer Bruch” genannt. Es war ein Feuchtgebiet, das sich bis zum Verkauf an den Landgrafen Ludwig V. im Jahre 1625 im Besitz der Gemeinden Spachbrücken und Reinheim befand. Unter Landgraf Georg II. wurde schon 1626 mit den Baumaßnahmen für einen Fischteich begonnen. Hierzu wurden Teile des Geländes mit einem Damm versehen und der Wembach sowie Teile der Gersprenz eingeleitet, um eine ganzjährige Wasserführung sicherzustellen. Es wurden vorwiegend Karpfen und Hechte gezüchtet. In einem Teichhaus, das 1970 abgerissen wurde, wohnte der Teichknecht als Aufseher. Zwischen dem 30jährigen Krieg und Mitte des 19. Jahrhunderts wechselte die Nutzung zwischen fischereilicher Nutzung und Grünlandnutzung. Im Jahre 1910 wurde das Gelände von der Großherzoglichen Dominalverwaltung an die Gemeinde Reinheim zurückgetauscht und in der Folge in der Pacht als Weide und Mähgrünland genutzt. Nach jahrelangen Verhandlungen wurde das Gebiet dann am 19.12.1975 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist heute zentraler Bestandteil des zur EG nach Brüssel gemeldeten FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat) “Untere Gersprenz”.
Naturschutzscheune am Reinheimer Teich
Östlich von Spachbrücken, direkt am Naturschutzgebiet Reinheimer Teich liegt die Naturschutzscheune. Als gemeinsames Projekt von NABU und HGON wurde hier eine ehemalige landwirtschaftliche Halle zu einem Natur-Informations- und Erlebniszentrum ausgebaut. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier unter Anleitung die heimische Tier- und Pflanzenwelt entdecken sowie ihr Wissen um regionale Lebensräume und ökologische Zusammenhänge vertiefen.
Im Gebäude finden Ausstellungen, Vorträge und Workshops statt. Rundherum wurde ein Natur-Erlebnis-Gelände geschaffen, in dem viele Pflanzen und Tiere bestaunt werden können. Entlang kleiner Pfade werden die verschiedenen Biotope der Region vorgestellt.
Webseite: Naturschutz-Scheune
© Jürgen A. Poth
Spachbrücken
Friedrich-Ebert-Str. 20
64354 Reinheim/Odw.
Tel. 06162 912818
info@guggugg.de
www.guggugg.de