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S01 - Alter Mühlbach
Von der Kuckuckshütte geht es am früheren Bachlauf bis zur alten Mühle, wo der Dilsbach bis zum 2. Weltkrieg das Mühlrad antrieb. Am neuen Bachbett geht es zurück zur Kuckuckshütte. Die Bachaue ist mittlerweile vom Biber gestaltet worden, der sich über die zahlreichen Weidenbäume als Nahrungsquelle freut.
Strecke: ca. 2,7km || Dauer: ca. 40min || Höhenunterschied: ca. 9m
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Alte Mühle
Erste urkundliche Erwähnungen einer Mühle in Spachbrücken stammen aus dem Jahr 1580. Mühlenbetreiber waren meist wohlhabend, was ihnen von den Bauern, die in ihrer Dorfmühle zwingend mahlen lassen mussten („Mühlenbann“), nicht gegönnt wurde. Allzu leicht konnte der Müller Getreide oder Mehl abzweigen und anderweitig verkaufen. Nach dem 30-jährigen Krieg war die Mühlenanlage zerstört, der damalige Müller Hans Großmann in den Kriegswirren umgekommen, das Dorf hatte keine Einwohner mehr. Erst 1675 wurde eine Mühle neu aufgebaut. Das löwensteinische Amt in Habitzheim hatte sie dann neu verpachtet. Die Pächter wechselten sehr oft seit dieser Zeit, denn eine Mühle zu betreiben war nicht immer einfach.
Man musste auch die Wasserechte besitzen, damit das Mühlrad zuverlässig angetrieben wurde. Gerichtsakten aus dem Jahr 1810 erzählen davon, dass der damalige Pächter Lortz verklagt wurde, weil er die Staudämme zur Bewässerung der Ober-Ramstädter Wiesen durchstochen hatte, weil bei ihm kein Wasser mehr über den Dilsbach ankam.
Das heutige Gebäude der „Alten Mühle“ wurde nach dem 2. Weltkrieg errichtet und die eigentliche Mühle abgerissen. Zuvor war sie schon nicht mehr in Betrieb, der Kohlenhändler Jakob Poth nutzte nach 1937 die vorhandenen Lagerräume. Durch das Entfernen des Mühlrads und der Antriebswelle waren alle Rechte an der Nutzung der Wasserkraft des Mühlbaches erloschen. Der alte Mühlbach wurde nach und nach zugeschüttet.
Die Spachbrücker Bauern brachten ihr Getreide dann in die Tannenmühle, die zu Habitzheim gehört und mit Gersprenzwasser angetrieben wurde. Eine alte Odenwälder Mühle, aus Brensbach-Kainsbach, kann heute noch in Michelstadt bewundert werden, wo sie funktionstüchtig wieder aufgebaut wurde ( https://www.michelstadt.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/altstadt/kainsbacher-muehle/ ).
Alter Bachverlauf & Zugewachsenes Trafohäuschen
Der erste Strom in Spachbrücken wurde 1905 für die elektrische Beleuchtung einiger Häuser genutzt. Die Brauerei Göckel erzeugte ihn mit einer Dampfmaschine. Später wurde der Ort an die Fernleitungen der HEAG angeschlossen. Spachbrücken hatte mehrere Trafo-Häuschen, die alle spätestens seit Beginn der 1980er Jahre aus der Funktion genommen wurden. Die Freileitungen, die über Dachträger den Strom in die Häuser lieferten, wurden abgebaut. Stattdessen wurden nach und nach vor allem in den Neubaugebieten kleinere kompakte Transformatorenstationen ebenerdig mit genormten Konstruktionselementen ausgeführt. Die elektrischen Leitungen führt man als Erdkabel zu den Häusern. Alle bestehenden Turmstationen wurden stillgelegt.
Das sog. „HEAG-Haus“ in der Mühlstraße gehört der Stadt Reinheim und wurde dem NABU zur Nutzung überlassen. Es dient heute dem NABU als Lagerraum für Maschinen und Arbeitsgeräte. Im Obergeschoss sind Nistkästen eingelagert und unter dem Dach ist ein Falkenkasten eingebaut, die Öffnung liegt auf der Rückseite des mittlerweile mit Efeu zugewachsenen Gebäudes. Seit Jahren wird die Nisthilfe von Turmfalken angenommen und zwischen 3 und 5 Jungvögel werden großgezogen. Ein Insektenhotel steht auf dem Grundstück, das vor vielen Jahren von der Jugendgruppe gebaut wurde. An den beiden Apfelbäumen auf dem Grundstück sind Meisenkästen aufgehängt, die auch jedes Jahr von Blau- und Kohlmeisen besetzt sind.
Frühere Forellenzuchtteiche
Robert Horn gab in den 60er Jahren sein Molkereigeschäft in Ober-Ramstadt auf und eröffnete sein Fischgeschäft in der Spachbrücker Schulstraße. Die wohl schon vorhandene Zuchtteichanlage übernahm er und baute sie auf sechs Teiche aus. Das frische Wasser für die Zucht von Forellen, Karpfen und später auch Schleien lieferte der Dilsbach. Die Verlängerung zur Mühle war bereits zugeschüttet, aber der Dilsbach bot hier über ein Gefälle die besten Voraussetzungen, die Teiche zu speisen. Die Fütterung der gierigen Fische war für Kinder immer ein besonderer Moment, weil dann das Wasser zu brodeln schien. Im Geschäft wurden die eigenen Fische frisch geschlachtet, Seefische wurden vom Großhändler geliefert. Später kam ein Verkaufswagen hinzu und der „Fisch-Horn“ war in einem größeren Umkreis bekannt für seine Delikatessen.
Nach Schließung des Geschäfts wurde auch das Teichgelände verkauft, die Teiche wurden zugeschüttet. Deshalb gibt es im Dilsbach keine Regenbogenforellen mehr, denn die waren damals aus der Zucht entkommen. Heute hat der Biber vor dem Durchlass unter der Umgehungsstraße einen Damm gebaut und einen neuen Teich angelegt.
Ehemalige Hühnerfarm
Für die Hühnerfarm wurde Anfang der 70er Jahre eine große Wiesenfläche am Dilsbach trockengelegt. Bis 2020 gab es unterschiedliche Nutzungen, aber immer ging es um Hühnerzucht: Schlachthähnchen, Eierproduktion und zuletzt die Produktion von befruchteten Hühnereiern, die dann an anderer Stelle ausgebrütet wurden. Die Ställe sind mittlerweile ausgeräumt, die Futterautomaten leer.
In schlechter Erinnerung haben viele Spachbrücker noch die Geruchsbelästigung, die von der Hühnerfarm vor allem in warmen Sommernächten ausging. Erst spät wurde eine Abluftreinigung eingebaut, die den Geruch minimierte.
Biber-Paradies
Ende des 16. Jahrhundert wurde der letzte Biber in der Gersprenz ausgerottet. Das große Nagetier war intensiv bejagt worden. Sein Fleisch, sein Fell und das sogenannte „Bibergeil“, eine ölige Ausscheidung aus einer Drüse, waren begehrt. Das Drüsensekret wurde als Heilmittel und in der Parfumherstellung eingesetzt, weil es Duftstoffe enthielt.
Nach einer ersten Wiederansiedlung vor 30 Jahren im Spessart wanderte der Biber in viele Fluss- und Bachläufe ein. Für unsere verbauten Flussauen ist der Biber ein Segen, da er die Gewässer wieder naturnah gestaltet. Durch die Ausweisung von geschützten Uferbereichen konnte auch dem Biber wieder Platz in der Natur eingeräumt werden. Der Biber benötigt etwa 10 bis 30 Meter „Spielraum” auf jeder Uferseite, dann renaturiert er die Bäche und Flüsse ohne menschliche Hilfe.
Biber müssen immer etwas zum Nagen haben, um ihre ständig nachwachsenden Zähne abzuwetzen. Sie fressen die Rinde von Bäumen, am liebsten Weiden, und fällen diese, um an die frischen Blätter und Zweige der Krone zu kommen. Das übrige harte Holz verwenden Biber zum Bauen von Staudämmen oder Burgen. Im Sommer fressen sie auch Uferstauden wie Brennesseln und Wiesenkräuter, gerne auch Mais vom nahen Acker. Für den Winter legen sie sich unter Wasser “Holzlager” an, denn Biber halten keinen Winterschlaf und brauchen auch dann Nahrung. Um vom Ufer leicht in den Fluss zu gelangen, gleiten sie auf von ihren selbst gebauten Erdrinnen, den sogenannten „Biberrutschen”, das Ufer hinab. Aufgrund ihrer regen Bauaktivität gelten sie als Landschaftsgestalter im Tierreich. Der Bau des Bibers ist meist ein Tunnel im Erdreich, den der Biber unter Wasser erreichen kann. Dieser Tunnel führt dann vom Bach weg bis zur eigentlichen Höhle.
(Quelle: NaBu Hessen)
SV Waldeslust
Der Schützenverein „Waldeslust“ wurde im Jahre 1919 – am „Verheißenen Tag“, ein besonderer Feiertag in Spachbrücken – gegründet. Eine Gruppe von 19 Männern begann damals, den Verein aus den kleinsten Anfängen heraus aufzubauen. Man übte zuerst in einem provisorischen Schießstand im Garten des Vereinslokals. Später wurde dieser Stand, etwa in der Zeit von 1923-24, ausgebaut.
1934 wurde ein neuer Schießstand mit einem Schützenhaus neben dem heutigen Sportplatz gebaut, wo der Verein seine Übungen und Veranstaltungen bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges abhielt. Leider sind uns aus der Zeit der Gründung bis zum Kriege keine Aufzeichnungen erhalten geblieben, so dass der Chronist nur aus dem Gedächtnis der noch lebenden Mitglieder berichten kann. Besondere Verdienste aus dieser Zeit hat sich der verstorbene Schützenbruder Heinrich Göckel erworben, der lange Jahre dem Verein als 1. Vorsitzender vorstand.
Mit der Wiedergründung des Schützenvereins „Waldeslust“ am 15.4.1961, im Gasthaus „Zum Schützenhof“ in Spachbrücken begann eine rege Tätigkeit und Aufwärtsentwicklung auf schießsportlichem und kulturellem Gebiet.
Mit dem Bau des eigenen Schützenhauses im Jahre 1973 außerhalb Spachbrückens im Koppelbruch an den Spachbrücker Weidenbäumen hat sich der Verein eine solide Grundlage für den Schützensport geschaffen. Als Sportgeräte dienen Luftgewehr, Luftpistole, Sportpistole, Kleinkaliber-Waffen und Armbrust. Der Verein konnte beachtliche Erfolge bei Deutschen Meisterschaften erringen.